Logo des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Sachsen-Anhalt e. V.

 

 

 

 

 

 

 

15 JAHRE BLINDEN- UND SEHBEHINDERTEN-VERBAND SACHSEN-ANHALT e.V.

 

15 Jahre aktive Blindenselbsthilfe

 

Zum Jubiläum  2005

 

 

 

BLINDE UND SEHBEHINDERTE IN SACHSEN-ANHALT

 

Für Menschen mit gesunden Augen ist es kaum vorstellbar, ohne Augenlicht oder mit stark vermindertem Sehvermögen auskommen zu müssen.

In unserer von der optischen Wahrnehmung dominierten Welt  der Bilder und Zeichen bedeuten Blindheit oder starke Sehbehinderung weitgehenden Ausschluss aus entscheidenden Bereichen unseres modernen Lebens.

Man kann immer wieder lesen, dass mehr als 80 % aller Informationen optisch, also mit den Augen wahrgenommen werden. Durch Fernsehen, Computer, Multimedia-Handys und andere neuere Anwendungen wird diese Tendenz ständig verstärkt. Auch „zwischenmenschliche Beziehungen“, Kontaktaufnahme mit anderen Menschen, die „nonverbale“ Verständigung, das intuitive Empfinden von  Sympathie oder Abneigung, all das  funktioniert optisch über das Augenlicht.

 

Dennoch muss eine nicht geringe Zahl von Menschen auf all das verzichten, weil sie durch Alter, Krankheit, Unfall oder bereits seit ihrer Geburt das Augenlicht verloren haben oder ihr Sehvermögen erheblich reduziert ist.

Zwar sind nur ca. 0,2 % aller Deutschen blind und nur ein geringer Prozentsatz  stark sehbehindert, dennoch sind von diesem Schicksal einige Hunderttausend Menschen betroffen. Im fortgeschrittenen Alter muss sogar jeder Dritte mit einer erheblichen Sehbeeinträchtigung rechnen.

 

Als "blind" müssen alle Menschen angesehen werden, deren Sehvermögen auf dem besseren Auge nur noch 2 % des normalen Sehens oder weniger beträgt. Das betrifft in Sachsen-Anhalt immerhin rund 4.400 Menschen, dazu kommen etwa  9.000

erheblich Sehbehinderte, die noch über einen gewissen Sehrest verfügen (Visus zwischen 0,05 und 0,25), die aber dennoch in ihren Möglichkeiten wesentlich Beeinträchtigt sind. Von den ca. 13.400 wegen ihres verminderten Sehvermögens Schwerbehinderten sind 63 % weiblich.

Die häufigsten Ursachen einer Erblindung sind vor allem der  grüne Star (Glaukom = krankhafte Augeninnendruckerhöhung), die diabetische Retinopathie (Netzhautschädigung infolge von Diabetes) und immer mehr die altersbedingte Makuladegeneration (schleichende Zerstörung von Sehzellen im Bereich des zentralen Sehens durch Ablagerungen oder Gefäßwucherungen).

 

Kaum  jeder fünfte unter den Betroffenen ist bereits von Geburt an blind oder hochgradig sehbehindert oder erblindet im Kindes- oder Jugendalter. So leben in Sachsen-Anhalt derzeit nur 171 blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (Stand: 31.12.04). 628 Betroffene befinden sich im Alter zwischen 18 und 45 Jahren, zwischen 45 und 60 Jahren sind es 745 Betroffene.

Dagegen  gehören 75,6 % der Betroffenen zur Altersgruppe über 60 Jahren. Das sind 3.172 Menschen. 50 % sind sogar 75 Jahre und älter.

 

Blindheit und hochgradige Sehbehinderung sind also in erster Linie Phänomene des fortgeschrittenen Lebensalters. Dies wirkt sich wesentlich erschwerend auf die Aussichten einer erfolgreichen Rehabilitation und auf die Möglichkeiten der Teilhabe am Leben der Gemeinschaft aus. Meist kommen zu der Sehschädigung weitere altersbedingte Beeinträchtigungen, so dass mehr als ein Drittel dieser Betroffenen zugleich pflegebedürftig sind. Viele von ihnen leben daher in stationären Pflegeeinrichtungen.

Je später die Erblindung eintritt, desto schwieriger ist es erfahrungsgemäß für die Betroffenen, sich mit ihrem Schicksal abzufinden und mit der Behinderung ein weitgehend selbstbestimmtes, normales und erfülltes Leben zu führen.

 

Eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Blindheitsfolgen spielt das persönliche und soziale Umfeld, insbesondere der Halt in der Familie oder Partnerschaft.

Kaum weniger wichtig ist jedoch auch der Austausch mit anderen Betroffenen, das Kennen lernen von deren Erfahrungen und Strategien zur Bewältigung ihres Alltags.

 

Diesem Gedanken der Selbsthilfe trägt in Sachsen-Anhalt der Blinden- und Sehbehinderten-Verband mit seinen zahlreichen Untergliederungen und Selbsthilfegruppen in ganzen Land Rechnung. Mit seinen Beratungs- und Betreuungsangeboten, mit Informationen  und Kommunikations- und Begegnungsmöglichkeiten bietet er seinen Mitgliedern und allen anderen Ratsuchenden, Betroffenen und Angehörigen Rat und Hilfe. Für diese Aufgabe engagieren sich etwa 300 selbst Betroffene ehrenamtlich. Sie bilden mit einigen wenigen hauptamtlichen MitarbeiterInnen das Rückgrat der Selbsthilfeaktivitäten des Verbandes.

Auf den folgenden Seiten soll versucht werden, die Entwicklung des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Sachsen-Anhalt seit seiner Gründung im Jahre 1990  darzustellen und die Vielfalt seiner Strukturen, Aktivitäten und Tätigkeitsfelder vorzustellen.

 

 

Unsere Anfänge

 

Am 3. November 1990 wurde in Magdeburg der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt e. V. (BSVSA) gegründet. Die 77 Delegierten aus den Bezirksorganisationen Halle und Magdeburg des damaligen Blinden und Sehschwachen-Verbandes der DDR waren noch recht unsicher, wie die Zukunft des neuen Verbandes der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe für Sachsen-Anhalt aussehen würde.

In den ersten Landesvorstand wurden folgende Mitglieder gewählt:

Vorsitzender:            Hans-Joachim Krahl aus Barleben;

Stellvertreter:             Eva Kruschwitz aus Halle und Ulrich Kittlaus aus Wanzleben;

Beisitzer:                   Dietrich Börner und Elke Both aus Halle, Herta Lukas aus Stendal und Olaf Schmiedeck aus Ilsenburg.

 

Als Landesgeschäftsführer wurde Wolfgang Bahn aus Magdeburg berufen.

 

Zunächst wurde der BSVSA ordentliches Mitglied im damaligen Deutschen Blindenverband e. V. - Spitzenverband der Blinden und Sehbehinderten Deutschlands – jetzt Deutscher Blinden- und Sehbehinderten-Verband e. V. sowie im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.

 

Zum Weiterbetrieb und zur Erhaltung der Einrichtungen des früheren Blinden- und Sehschwachen-Verbandes der DDR wurde im November 1990 in Berlin ein Förderverein gegründet, der auch den Aufbau der Verbände der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in den neuen Bundesländern unterstützte. Auch in diesem Verband wurde der BSVSA ordentliches Mitglied.

 

In der Gründungsphase bestand eine enge Zusammenarbeit zum benachbarten Blinden- und Sehbehinderten-Verband Niedersachsen e. V., der uns mit Rat und Tat unterstützte.

 

Alle Bemühungen wurden in dieser Anfangsphase zunächst auf die Umsetzung der Festlegungen der soeben beschlossenen neuen Satzung gerichtet. Der Verwaltungsrat kam zwei Wochen nach der Verbandsgründung zu seiner ersten Beratung in Güntersberge zusammen. Er beschloss wichtige Grundsätze zum Aufbau des BSVSA und versuchte, die vielen Fragen der Kreisvorsitzenden zu beantworten.

Der Aufbau unseres Verbandes gestaltete sich in verschiedenen Etappen und richtete sich immer nach den zu lösenden Problemen für unsere blinden und sehbehinderten Mitglieder.

 

 

Enge Zusammenarbeit mit Partnern

 

In der ersten Etappe der Verbandsgründung haben wir Kontakte zur Landesregierung geknüpft und eine enge Zusammenarbeit mit ihr aufgebaut. Im Vordergrund stand dabei zunächst die Schaffung eines Landesblindengeldgesetzes, wie sie in den alten Bundesländern bestanden. Ein solches Gesetz beschloss der Landtag am 14. Mai 1992, es trat mit seiner Verkündung am 19. Juni 1992 in Kraft. Damit gab es auch in Sachsen-Anhalt wie in allen anderen Bundesländern einen Nachteilsausgleich für blinde und sehbehinderte Menschen unabhängig von Einkommen und Vermögen, dass in jedem Jahr dynamisiert werden sollte. Das

Blindengeld betrug seinerzeit 400 DM monatlich, eine Leistung für hochgradig Sehbehinderte gab es damals jedoch noch nicht.

Es fanden regelmäßige Gespräche mit dem damaligen Minister für Arbeit und Soziales, Werner Schreiber, sowie mit dem Beauftragten für die Belange behinderter Menschen, Jürgen Braun, statt. Weitere Kontakte gab es mit den Ministerien der Finanzen, für Städtebau, Wohnungswesen und Verkehr sowie Kultus und Wissenschaft.

 

Im damaligen Amt für Versorgung und Soziales waren unsere Partner die Bereiche Schwerbehindertenrecht, die Hauptfürsorge- und die Blindengeldstelle.

 

Unterstützung erhielten wir vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Sachsen-Anhalt. Im Referat Sozial- und Behindertenhilfe und dort im Fachbereich Selbsthilfegruppen fanden wir Ansprechpartner und kamen mit anderen Selbsthilfeverbänden zusammen. Unsere Mitarbeit war auf verschiedenen Seminaren und in Arbeitsgruppen gefragt. Der PARITÄTISCHE unterstützte unsere Tätigkeit auch durch die Vermittlung von Fördermitteln, so dass es möglich war, verschiedene Projekte aufzubauen.

 

Mit den Einrichtungen des Blinden- und Sehbehindertenwesens in Sachsen-Anhalt bestanden ständige Kontakte. Der Landesvorstand begleitete den Umzug des Landesbildungszentrums „Hermann von Helmholtz“ in Halle, in dem er sich unterstützend an die Landesregierung wandte. Darüber hinaus bestanden Kontakte zum Sonderschulzentrum in Tangerhütte, da dort die Mitarbeiter und Schüler der ehemaligen Schule für Sehbehinderte in Tangermünde eine neue Heimat gefunden hatten. Die Taubblindenbildung im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Halberstadt beging in diesem Jahr ihr 20jähriges Bestehen. Die ehemalige Leiterin Frau Dorothea Pfitzmann unterstützt uns immer noch bei der Beratung und Betreuung taubblinder und hör-sehbehinderter Menschen. Wichtig war uns auch der Aufbau des Berufsförderungswerkes in Halle, da die Qualifizierung und Umschulung Blinder und Sehbehinderter eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung von Arbeitsplätzen für diesen Personenkreis ist.

 

 

Der BSVSA als Gesellschafter gemeinnütziger Firmen

 

Der 2. Verbandstag des BSVSA beschloss am 17. September 1994 in Magdeburg Satzungsänderungen, die auch die Erweiterung der Dienstleistungsangebote für die Blinden und Sehbehinderten zum Ziel hatten. Neben der Betreibung von Einrichtungen wurde auch die Beteiligung in gemeinnützigen Gesellschaften mit beschränkter Haftung in die Satzung aufgenommen. Unser Verband ist und war als Gesellschafter in verschiedenen gGmbH vertreten, die für Blinde und Sehbehinderte tätig sind, oder Angebote für sie vorhalten.

 

Die Ostdeutsches Blindenzentrum, jetzt Rehabilitations- und Mobilitätszentrum gGmbH war Betreiber des Mobilitätszentrums in Berlin-Hirschgarten, das vorwiegend den Blinden und Sehbehinderten aus den neuen Bundesländern offen stand. Hier wurden Blindenführhunde ausgebildet und andere spezifische Angebote vorgehalten. Der Umbau der Einrichtung ist leider fehlgeschlagen, so dass sie am 30. Juni 2001 geschlossen werden musste.

Der BSVSA ist gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehinderten-Verband Niedersachsen e. V. Gesellschafter der Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH, die im Februar 1992 gegründet worden ist und seit Mai 1992 das Altenpflegeheim "Sonnenhof" in Dolle im Landkreis Ohrekreis betreibt. Als zweite Einrichtung hat die Gesellschaft das „Albert-Schweitzer-Heim“ in Magdeburg 1996 übernommen, auf dessen Gelände der erste Duft- und Tastgarten für Blinde und Sehbehinderte in Sachsen-Anhalt am 20. September 1995 eingeweiht wurde. Die Blindenförderungswerk gGmbH entwickelte sich seither erfolgreich weiter. So wurden die Altenpflegeheime in Dolle und Magdeburg umfassend saniert und rekonstruiert, ein weiteres in Calbe neu errichtet. Darüber hinaus entstanden mehr als 50 behindertengerechte Wohnungen. Die gGmbH ist auch Träger der Aura Pension „Brockenblick“ in Wernigerode.

 

Im Juni 1994 wurde der BSVSA der größte Einzelgesellschafter der Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH, die die Umschulung blinder und sehbehinderter Erwachsener zum Ziel hat. Die Gesellschaft hat sich zu einem Kompetenzzentrum für die berufliche Bildung und Eingliederung Blinder und Sehbehinderter in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus entwickelt und ist eine von drei Einrichtungen in der Bundesrepublik für diesen Personenkreis.

 

Im Mai 2003 gründete der BSVSA in Bitterfeld die Sozial- und Behindertenservice Sachsen-Anhalt gGmbH. Zunächst wurden Projekte vom DPWV übernommen und später weitere Dienstleistungen für ältere und behinderte Menschen aufgebaut.

 

In allen genannten Gesellschaften erfüllt unser Verband seine satzungsmäßigen Aufgaben und arbeitet mit anderen Partnern zusammen.

 

 

Kompetente Beratung für blinde und sehbehinderte Menschen

 

Durch die vielfältigen Veränderungen in der Gesetzgebung bestand bei den Blinden und Sehbehinderten ein erheblicher Beratungs- und Unterstützungsbedarf. Der Verwaltungsrat des Verbandes beschloss deshalb bereits im Oktober 1991, die Beratung der Blinden und Sehbehinderten zu professionalisieren und beauftragte den Landesvorstand, dafür Beratungsstellen einzurichten.

 

Im Februar 1992 wurde zunächst die ehemalige Informationsstelle in Halle durch eine Beratungsstelle erweitert sowie in Magdeburg eine weitere neu eröffnet und im April 1992 auch in Stendal eine Beratungsstelle eingerichtet.

 

Die Tätigkeit der Beratungsstellen war zunächst auf die Anleitung und Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Kreisorganisationen bei der Beratung und Betreuung der Blinden und Sehbehinderten gerichtet. Darüber hinaus musste in den öffentlichen Sprechstunden, die zu festen Anlaufstellen für Betroffene und andere interessierte Personen geworden sind, bei vielen unterschiedlichen Problemen Hilfe geleistet werden. Die Mitarbeiter der Beratungsstellen, deren Leiter in Halle Peter Fischer, in Magdeburg Hans-Peter Pischner bis März 1998, Ulrich Kittlaus bis Juli 2005 und Bernd Peters ab August 2005 sowie in Stendal Jürgen Soisson selbst blind oder sehbehindert sind, haben sich dafür ständig neue Kenntnisse angeeignet, um den Ratsuchenden umfassend zu helfen. In den Beratungsstellen werden Informationen auf Tonträger aufgelesen, vervielfältigt und an mehrere Hundert Abonnenten im gesamten Land versandt. Für Hilfesuchende steht seit Dezember 1993 ein ambulanter Begleit- und Vorlesedienst als zusätzliches Angebot für Magdeburg, Halle und die Altmark zur Verfügung, der vorwiegend von Alleinstehenden oder blinden Ehepaaren genutzt wird.

 

 

Erholung in Wernigerode

 

Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit zur Förderung von Erholungsangeboten für Sehbehinderte und Blinde stand die Rückführung des Blindenerholungsheimes in Wernigerode an die Blindenselbsthilfe. Dieses Heim ist die älteste derartige Einrichtung in Deutschland. 1916 hat der Reichsdeutsche Blindenverband zunächst die Liegenschaft am Amelungsweg 6 erworben. Mit privaten Spenden und öffentlicher Förderung war es dem Verband möglich, die Einrichtung in den Folgejahren weiter auszubauen. In Wernigerode wurden Blinde für einen Blindenberuf umgeschult und konnten mit ihren Angehörigen Erholungsaufenthalte durchführen.

 

Der Reichsdeutsche Blindenverband wurde 1945 von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) verboten und enteignet. Das Blindenerholungsheim Wernigerode kam in das Eigentum des Volkes und stand unter staatlicher Aufsicht. Bis zur Schließung des Heimes Ende 1990 wurden in der Einrichtung prophylaktische Kuren für Blinde und Sehbehinderte durchgeführt.

 

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt hat sich 1991 sofort um die Rückübertragung der Liegenschaft an die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe bemüht. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Landesregierung konnte dann im August 1992 zunächst mit einem Nutzungsvertrag das Blindenerholungsheim Wernigerode teilweise wieder eröffnet werden. Mit zahlreichen Spenden aus dem Landkreis Wernigerode aber auch von den Blinden und Sehbehinderten selbst war es uns möglich, die Gebäude, die sich in einem schlechten Bauzustand befanden, zu erhalten und zunächst das sogenannte Gartenhaus zu renovieren. Seit 1993 konnten dann jährlich ca. 600 blinde und sehbehinderte Erholungssuchende mit ihren Angehörigen wieder in Wernigerode begrüßt werden.

 

Die endgültige Rückübertragung der Liegenschaft an unseren Verband konnte im Mai 1995 in einem Vertrag mit dem Ministerium der Finanzen besiegelt werden.

 

Der Landesvorstand hat 1999 die Betriebsführung der Einrichtung an die Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH übertragen. Von der Gesellschaft konnte die Sanierung der Gebäude 2004 abgeschlossen werden. Weiterhin hat der BSVSA die Gebäude und Wohnungsgesellschaft Wernigerode mbH als Partner gewinnen können, der mit einem Erbbaupachtvertrag das Grundstück am Amelungsweg 6 übereignet wurde.

1999 hat die GWW 24 Wohnungen im Rahmen des Programms für den sozialen Wohnungsbau errichtet. Hier leben heute  auch blinde und sehbehinderte Mieter aus dem ganzen Land.

 

 

 

Öffentlichkeitsarbeit

 

Die Öffentlichkeitsarbeit des BSVSA ist darauf gerichtet, Vorurteile in der Bevölkerung abzubauen sowie die Stellung der Blinden und Sehbehinderten in der Gesellschaft realistisch darzustellen, über Probleme zu informieren und auf diese aufmerksam zu machen.

 

Höhepunkte sind alljährlich die Aktionstage am 6. Juni, der Sehbehindertentag, und am 15. Oktober, der „Tag des weißen Stockes“, der seit einigen Jahren eingebettet ist in die „Woche des Sehens“, die gemeinsam mit neun Partnerorganisationen  durchgeführt wird.

 

Der „Ehrenpreis“ des BSVSA

 

Ein besonderer Höhepunkt war auch die Stiftung eines Ehrenpreises des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Sachsen-Anhalt. Dieser Preis wurde zunächst jährlich im Vorfeld des "Tages des weißen Stockes" vom Landesvorstand an herausragende Förderer und Unterstützer des Blinden- und Sehbehindertenwesens in Sachsen-Anhalt verliehen. Den Ehrenpreis, eine Kleinplastik, gestaltete der blinde Bildhauer Dario Malkowski aus Schönebeck. Mit dem ersten Ehrenpreis wurde 1995 der  damalige Landtagspräsident Dr. Klaus Keitel für seinen Einsatz für behinderte Menschen und seine Unterstützung für unseren Verband geehrt.

 

Der Landesvorstand würdigte weitere sechs Persönlichkeiten mit  diesem Ehrenpreis:

-         1996 Dr. Hans-Georg Moldenhauer, Vizepräsident des DFB, damals Pressesprecher der ÖSA,

-         1997 Dr. Gerlinde Kuppe, damalige Ministerin für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales, MdL,

-         1998 Klaus Mangels, damals Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Magdeburg,

-         1999 Wolfgang Schaefer, ehemaliger Landtagspräsident,

-         2000 Ludwig Hoffmann, Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode und

-         2002 Robert Bonan, Geschäftsführer der Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH.

 

 

Ehrungen für unsere Mitglieder

 

Für ihre herausragenden Leistungen und unermüdliche ehrenamtliche Tätigkeit  innerhalb des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes wurden mehrere Mitglieder mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt:

Das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhielt Isolde Busch  aus Magdeburg (1999), mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande wurden Maria und Werner Meyer aus Schönebeck (1996), Dorothea Pfitzmann aus Halberstadt (1997), Ottokar Hungsberg aus Querfurt, Hans-Joachim Krahl aus Barleben (2003), Dario Malkowski aus Schönebeck und Helga Müller aus Weißenfels (beide 2004) geehrt.

 

Der DPWV würdigte  unserer Mitglieder mit seiner Goldenen Ehrennadel:

-         1996 Hans-Joachim Krahl aus Barleben,

-         1997 Ottokar Hungsberg aus Querfurt,

-         2000 Claus Brehme aus Wernigerode,

-         2002 Jürgen Soisson aus Stendal und

-         2004 Harald Weber aus Burg.

 

Mit dem 1999 gestifteten „GRATUS-Preis“ zeichnete der Landesvorstand insgesamt 17 Persönlichkeiten aus.

 

 

Informationen und Publikationen für Blinde und Sehbehinderte

 

Vielfältige Informationen für unsere Mitglieder werden auf Tonbandkassetten, in Blinden- und Schwarzschrift herausgegeben und stehen allen zur Verfügung. Das "Elbe-Saale-Echo", die Hörzeitschrift des Landesverbandes, wurde seit Juni 1991 zunächst jeden zweiten Monat und heute achtmal jährlich herausgegeben. Die redaktionelle Leitung liegt seit April 1993 in den Händen von Peter Fischer.

 

Weitere regionale Hörzeitschriften des Verbandes sind: das „Magdeburger Hörmagazin“ früher „Magdeburger Hörerpost“ (gestaltet von der Beratungsstelle Magdeburg), das „Altmark-Echo“ (herausgegeben von der Beratungsstelle in Stendal) und das „Jerichoer Land“, das „Harz-Echo“ erst von Stendal und später aus Magdeburg sowie die AOK-Zeitung „Bleib Gesund“ und das periodische Rundschreiben des Landesvorstandes (produziert von der Beratungsstelle in Halle). Die neueste Publikation ist die Zeitung des Behindertenbeirates des Landes Sachsen-Anhalt „Normal“, deren erste Ausgabe des Jahres 2005 vom ehemaligen Behindertenbeauftragten der Landesregierung Thomas Witt persönlich aufgelesen wurde.

 

Diese Aufzählung zeigt, dass Informationen auf Tonträgern zu den wichtigsten Informationsquellen für Blinde und Sehbehinderte gehören. Die Technik, die dafür in den regionalen Beratungsstellen in Halle, Magdeburg und Stendal aus eigenen Mitteln und mit Fördermitteln  verschiedener kommunaler und anderer Stellen angeschafft wurde, lässt einen weiteren Ausbau zu. Insbesondere können die Fachgruppen und Arbeitskreise aber auch weitere Untergliederungen des Verbandes von dieser Form der Informationsvermittlung noch Gebrauch machen.

 

 

Vielfältige Aktivitäten in Fachgruppen und Arbeitskreisen

 

Zur Förderung der beruflichen Belange für Blinde und Sehbehinderte und zur Wahrnehmung besonderer Aufgaben und Interessen hat der Verwaltungsrat ständige Fachgruppen und Arbeitskreise eingesetzt.

Zunächst wurden die Fachgruppen für Masseure und Physiotherapeuten sowie für Mitarbeiter in Büroberufen und die Arbeitskreise für Jugend-, Frauen-, Sport und für Führhundhalter aufgebaut. Später kamen noch der Arbeitskreis für Umwelt und Verkehr und Beauftragte für die Belange Sehbehinderter, für Taubblindenfragen und für die Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags Späterblindeter (RBA) hinzu.

Die Gremien haben jeweils eine Leitung gewählt, deren Leiter an den Beratungen des Verwaltungsrates teilnehmen. Wieder belebt werden müsste zur Zeit der Arbeitskreis Jugend.

 

 

Unsere Arbeit vor Ort

 

Die individuelle Beratung und Betreuung der blinden und sehbehinderten Mitglieder wird von den rund 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern unmittelbar vor Ort in den Kreis- und Stadtorganisationen sowie den Bezirks- und Regionalgruppen des Verbandes geleistet. Sie führen Hausbesuche bei den Mitgliedern und Zusammenkünfte in regionalen und örtlichen Selbsthilfegruppen durch, aber auch Mitgliederversammlungen und andere Großveranstaltungen für alle Mitglieder bis hin zu Ausflugsfahrten in die nähere Umgebung. In einigen Kreis- und Stadtorganisationen sowie Bezirks- und Regionalgruppen erfreuen sich aber auch Tagesfahrten und mehrtägige Kurzreisen großer Beliebtheit.

 

Das Hauptanliegen der Tätigkeit unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter ist es, stets ansprechbar für die Mitglieder des Verbandes aber auch für alle am Blinden- und Sehbehindertenwesen interessierten Personen im Territorium zu sein. Darüber hinaus wird das Vereinsleben gepflegt und nach den Wünschen und Interessen der Mitglieder gestaltet. Dabei  werden auch erforderliche Hilfen für Betroffene organisiert.

 

In den 15 Jahren der Verbandsgeschichte fanden Verbandswahlen nach der Verbandsgründung 1994, 1998 und 2002 für die Vorstände der Untergliederungen und den Landesvorstand statt.

Die erste Gebietsreform 1994 in Sachsen-Anhalt hatte auch Auswirkungen auf eine

Neustrukturierung der Untergliederungen unseres Verbandes. Die ehemals 37 Untergliederungen wurden auf 23 reduziert. Es war aus organisatorischen Gründen noch nicht in allen Kreisen möglich gewesen, eine Zusammenlegung durchzuführen. So bestehen in Hettstedt, Eisleben, Querfurt und Zeitz noch Regionalgruppen mit einem eigenen Vorstand. In der Altmark haben sich 1994 die ehemaligen sechs Kreisgruppen zur ersten Bezirksgruppe Altmark zusammengeschlossen, die sich heute über zwei Landkreise erstreckt. Die Stadtorganisation Halle hat sich 1994 mit dem Saalkreis vereinigt. Unsere zweite Bezirksgruppe Anhalt erstreckt sich auf die Landkreise Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Köthen. Sie wurde 1998 gegründet. Diese Entwicklung wurde vom Landesvorstand und seinen Einrichtungen begleitet und unter  Mitwirkung der beteiligten Vorstände und Mitglieder gestaltet. Vorbereitet werden zur Zeit die Gründung der Bezirksgruppen Elbe-Mulde im Osten, Harz im Westen und Süd im Süden von Sachsen-Anhalt.

Zur Zeit wird von der Landesregierung die zweite Gebietsreform vorbereitet. Die Umstrukturierung unserer Untergliederungen muss daher weiter forciert werden.

 

 

Unsere Mitgliederzahlen

 

Grundlagen der Mitgliedergewinnung sind unsere Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit mit Augenärzten, Augenoptikern und anderen Personen die mit Blinden und Sehbehinderten zusammenkommen. Seit 1994 werden allen Bescheiden und Schreiben des Landesverwaltungsamtes an Blindengeldempfänger Kontaktkarten des BSVSA beigefügt, mit denen sich die Empfänger bei uns melden können. Eine weitere Kontaktmöglichkeit mit unserem Verband bilden die regionalen Beratungsstellen und die Landesgeschäftsstelle.

 

Nach der Verbandsgründung registrierten wir 1991 noch 3.398 blinde, sehbehinderte

und fördernde Mitglieder. Nach fünf Jahren zählten wir am 30. Juni 1995

2.294 Mitglieder. Diese Zahl ist leider aus demographischen und alterstrukturellen Gründen weiter rückläufig. Wir haben derzeit noch 1.736 Mitglieder.

 

 

Höhepunkte des Verbandslebens: Verbandstag und Verwaltungsrat

 

Die Beratungen des Verwaltungsrates und des Landesvorstandes finden auf der Grundlage der Vorgaben der Satzung statt. Der Verwaltungsrat wird zweimal und der Landesvorstand nach Bedarf vier- bis siebenmal im Kalenderjahr vom Vorsitzenden einberufen.

Im Mittelpunkt der Beratungen stehen jeweils die Analyse des Erreichten und die Festlegung der neuen Aufgaben. Es besteht stets eine kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern, die der Erfüllung der anstehenden Aufgaben dienlich war.

 

Alle vier Jahre führt der Verband satzungsgemäß seinen Verbandstag durch. Die ersten beiden Verbandstage tagten in Magdeburg. Der dritte und vierte Verbandstag kam im Berufsförderungswerk  in Halle zusammen. Künftig finden reguläre Verbandstage alle fünf Jahre statt.

 

 

Wachsende Aufgaben in der Geschäftsstelle

 

Die Geschäftsstelle des Verbandes führt die Beschlüsse der Verbandsorgane in der täglichen Arbeit aus. Dabei musste sie über die Jahre einem ständig wachsenden Arbeitsaufwand gerecht werden. Dies war und ist nicht immer leicht, da mit äußerst begrenzten finanziellen Mitteln ein Höchstmaß an Leistungen erbracht werden muss. Von den ehemals vorhandenen Aufgaben zur Ausführung der Beschlüsse der

Verbandsorgane bis hin zur Anleitung der ehrenamtlichen Arbeit ist heute ein Dienstleistungsbereich für die blinden und sehbehinderten Menschen einschließlich des Managements  von Projekten und der darin beschäftigten Mitarbeitern geworden.

Darüber hinaus hat sich der allgemeine Verwaltungsaufwand ständig erhöht und konnte nur mit moderner Arbeitsplatzausstattung mit Computern geleistet werden. Die Zahl der Angestellten in der Geschäftsstelle ist dabei gleich geblieben. Sie mussten sich ständig weiterbilden, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.

Bei neu anzustellenden Mitarbeitern hat der Landesvorstand blinde und sehbehinderte Personen bevorzugt. Von den 8 fest Angestellten in der Geschäftsstelle und den drei Beratungsstellen sind vier blind bzw. sehbehindert.

 

 


Zeittafel

 

Wichtige Ereignisse im Verbandsleben des BSVSA

 

1990

 

-         03.11. Gründungsversammlung des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Sachsen-Anhalt e.V. in Magdeburg

-         November 1990: erste Verwaltungsratssitzung in Güntersberge

 

1991

 

-         05.01. Der Landesvorstand kam zu seiner ersten regulären Sitzung zusammen.

-         Einrichtung der Informationsstelle des Verbandes in Halle

-         Bei der Arbeitsverwaltung in Magdeburg und in Halle wurden die ersten  Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für 5 MitarbeiterInnen beantragt.

-         Gründung des „Elbe-Saale-Echo“ als zentrale Hörzeitschrift des Verbandes

-         26.-28.04. Sitzung des Verwaltungsrates im Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte in Darlingerode-Oehrenfeld

-         Die ersten Spendenaktionen wurden mit Hilfe des DBV mit der Firma PAN-Adress aus München durchgeführt.  Sie dienten der Anschubfinanzierung und dem Aufbau einer ersten Spenderdatei.

-         Die ehemaligen Produktionsgenossenschaften des Blindenhandwerkes in Sachsen-Anhalt, „Licht durch Arbeit“ in Halle und „Otto von Guericke“ in Magdeburg, lösten sich im 1. Halbjahr auf.

-         25.05. Tagung des ersten vom BSVSA berufenen Stiftungsausschuss der Stiftung „Blindensolidarität Sachsen-Anhalt“ in Halle. Egon Kienberg wurde Vorsitzender und Hellmut Görner Stellvertreter.

-         14./15.06. Der Landesvorstand tagt erstmalig im Blindenerholungsheim in Wernigerode.

-         05.-07.07. Gemeinsames Jugendtreffen mit dem Blindenverband Niedersachsen in Ilsenburg unter Leitung von Olaf Schmiedeck

-         02.09. Eintragung des  BSVSA in Magdeburg in das Vereinsregister unter der Nummer 625

 

1992

 

-         09.02. Einrichtung der Beratungsstelle des Verbandes in Magdeburg

-         20.02. Der Blindenverband Niedersachsen und der BSVSA gründen in Hannover die Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH. Zu ehrenamtlichen Geschäftsführern werden Hans-Werner Lange vom BVN und Wolfgang Bahn vom BSVSA berufen.

-         März 1992 Arbeitskreis Jugendarbeitgebildet

-         01.04. Einrichtung der Beratungsstelle Stendal

-         01.05. Übertragung des Altenpflegeheimes „Sonnenhof“ in Dolle, Landkreis Wolmirstedt,  an die Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH mit einem Erbbaupachtvertrag.

-         09.05. Gründung der Fachgruppe für Masseure und Physiotherapeuten in Halle; als Leiterin wird Edith Rien aus Wolfen gewählt.

-         14.05. Der Landtag verabschiedet das Gesetz über das Blindengeld in Sachsen-Anhalt. Es wurde am 19.06.1992 verkündet und trat damit in Kraft.

-         Juli: Taubblindentreffen in Halberstadt; Frau Dorothea Pfitzmann Taubblindenberaterin des BSVSA.

-         01.08. Abschluss eines Nutzungsvertrages für die Nutzung des Blindenerholungsheimes in Wernigerode durch den BSVSA mit dem Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt.

 

1993

 

-         16.09. Der Landtag ändert das Blindengeldgesetz; das Sehvermögen für hochgradig Sehbehinderte wird auf 1/20 festgelegt.

-         Für die Sanierung des Blindenerholungsheimes in Wernigerode werden 15.000 DM aus den Spenden der Mitglieder bereitgestellt.

-         01.12. Der ambulante Vorlese- und Begleitdienst nimmt in Magdeburg seine Arbeit auf.

-         Die Arbeitskreise für Führhundhalter und für Frauenarbeit werden gebildet. Als Leiter werden Hartmut Fengler aus Wernigerode und Elke Both aus Halle gewählt.

 

1994

 

-         Seit Mai werden von der Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH fünf Blinde als Heimarbeiter in der Bürstenherstellung beschäftigt.

-         Bei den zweiten Verbandswahlen werden aus den 35 Untergliederungen wegen der Gebietsreform in Sachsen-Anhalt 24 gebildet. Eine davon ist die erste Bezirksgruppe in der Altmark, in der 6 ehemalige Kreisorganisationen aufgehen.

-         Am 17. September wird der zweite Verbandstag nach Magdeburg einberufen.

-         Aufbau eines ambulanten Vorlese- und Begleitdienst für Blinde und Sehbehinderte am Sitz der Beratungsstellen.

-         Änderung des Blindengeldgesetzes; Einbeziehung der Pflegeversicherung.

-         Am 10.12. wird in Magdeburg von Frau Dr. Kuppe der „Runde Tisch“ für Menschen mit Behinderungen gegründet. Gleichzeitig werden vier Arbeitsgruppen gebildet, in denen Vertreter des BSVSA mitarbeiten.

-         Einführung von Kontaktkarten vom BSVSA für Blinde, die durch das Amt für Versorgung und Soziales in Halle und Magdeburg verteilt werden.

-         Der BSVSA gibt die Broschüre „Mobil mit dem weißen Stock“ Blinde und Sehbehinderte in Sachsen-Anhalt heraus. Die Finanzierung wird mit Werbeanzeigen gesichert.

 

1995

 

-         10.05. Unterzeichnung des Vertrages zur Übertragung der Liegenschaften des Blindenerholungsheimes in Wernigerode vom Land Sachsen-Anhalt an den BSVSA

-         20.09. Übergabe des „Duft- und Tastgartens“ am Albert-Schweitzer-Heim in Magdeburg

-         11.10. Einweihung des „Brehme-Weges“ in Wernigerode

 

1996

 

-         80 Jahre Blindenerholungsheim in Wernigerode, Festveranstaltung, Festschrift;

-         Umzug der Geschäfts- und Beratungsstelle im September von der Leibnizstraße in das Albert-Schweitzer-Heim in Magdeburg

-         01.06. Übernahme des Albert-Schweitzer-Heimes durch die Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH

-         Berufung von Frau Sigrid Daheim (damals Bieberle) zur Geschäftsführerin der Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH

-         Der Landesvorstand stiftet Sieger-Pokale für das internationale Torballturnier beim MSV90 in Magdeburg;

-         Abriss des früheren Wirtschaftsgebäudes des Blindenerholungsheims in Wernigerode;

-         Gründung des Arbeitskreises Umwelt und Verkehr am 17.09.

 

1997

 

-         40 Jahre Blinden- und Sehschwachenverband  in Ostdeutschland bzw. der DDR, Festveranstaltung in Berlin

-         30.08. 10 Jahre Mobilitätszentrum in Berlin-Hirschgarten Festveranstaltung

-         Übertragung des Objektes Berlin-Hirschgarten  vom VFO an die OBZ gGmbH

-         Übertragung des Grundstückes Amelungsweg 6 an die GWW in Wernigerode mit einem Erbbaupachtvertrag zum Bau von 24 Wohnungen über sozialen Wohnungsbau

-         01.08. Grundsteinlegung für die Sanierung des Pflegeheimes „Sonnenhof“ in Dolle

 

1998

 

-         100 Jahre Blindenbildung in Halle (heute Landesbildungszentrum und Berufsförderungswerk) Festschrift und Festveranstaltung

-         Umbenennung des Deutschen Blindenverbandes DBV in deutscher Blinden- und Sehbehinderten-Verband DBSV

-         20.10. Einweihung des umgebauten Berufsförderungswerkes in Halle

-         Gestaltung des ersten Internetauftrittes des BSVSA durch Reimon und Annett Selle

-         Umzug der Geschäfts- und Beratungsstelle in Magdeburg zum Hanns-Eisler-Platz 5 in das ehemalige Ärztehaus (vorübergehend)

-         Neue Projekte: Infomobil in Stendal und in Bernburg zum Aufbau der Bezirksgruppe Anhalt mit Herrn Krunig und Frau Schulze

-         3. Verbandstag im BFW in Halle

 

1999

 

-         Einführung der bundeseinheitlichen Servicenummer 01805 666 456 für die Beratung blinder und sehbehinderter  Menschen

-         18.04. Erstes Autofahren für Blinde in Magdeburg, Florapark

-         Bildung der AG ZUKER der Landesblindenverbände mit Erholungseinrichtungen

-         Der VFO hat alle Geschäftsfelder abgegeben

-         OBZ, DBSV wird wieder Gesellschafter, Mehrheitsgesellschafter 50 %, Beginn der Planung für das Bauvorhaben in Berlin-Hirschgarten

-         02.06. Gründung der Bezirksgruppe Anhalt in Bernburg

-         04.06. Einweihung der sanierten Einrichtung  „Sonnenhof“ in Dolle, später Fertigstellung von  25 behindertengerechten Reihenhäusern

-         Abschluss der Sanierung des Albert-Schweitzer-Heimes in Magdeburg

-         06.06. 1. Sehbehindertentag (ohne Thema)

-         Übertragung der Betriebsführung für das Blindenerholungsheim Wernigerode an die Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH

-         28.06. Einweihung von 24 behindertengerechten Wohnungen in Wernigerode durch die GWW

-         „Demonstrationsspaziergang“ in Magdeburg mit 300 TeilnehmerInnen  gegen die Kürzung des Blindengeldes in Sachsen-Anhalt

-         Durchführung einer Mitgliederumfrage

 

2000

 

-         13.10. Festveranstaltung zum 10jährigen Bestehen des BSVSA im Palais am Fürstenwall in Magdeburg

-         1. Fest der Begegnung im Schweitzerheim in Magdeburg

-         06.12. Übergabe des Objektes für Betreutes Wohnen in Magdeburg am Hanns-Eisler-Platz 5

-         08.12. endgültiger Umzug der Geschäfts- und Beratungsstelle in Magdeburg zum Hanns-Eisler-Platz 5

-         Gründung des Vereins „Region Konus“ in Dresden, Frau Kruschwitz arbeitet im Beirat mit.

-         Projekt Reiseführer für Behinderte in Stendal

-         Berufung der AG Strukturreform des Verbandes

 

2001

 

-         Internationales Jahr der Freiwilligen

-         Schulungen zum Umgang mit dem Euro in den SHG

-         09.06. Großdemonstration gegen die Abschaffung des Blindengeldes in Bremen

-         12.10. Verabschiedung des Landesgleichstellungsgesetzes, Jürgen Braun als Behindertenbeauftragter abberufen, Nachfolger wird Thomas Witt.

-         Messe Rehavision in Leipzig mit Beteiligung des BSVSA

-         Frau Busch und Frau Patzschke verstorben

-         Übernahme der Geschäftsführung des VFO

 

2002

 

-         01.05. Eröffnung der sanierten Aura-Pension „Brockenblick“ in Wernigerode

-         29.05. 10 Jahre Blindenförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH Festveranstaltung im Albert-Schweitzer-Heim in Magdeburg

-         30.06. Schließung des Mobilitätszentrums in Berlin-Hirschgarten
Die „Grüne Liga“ Berlin stoppt das Bauprojekt in Berlin-Hirschgarten. Die SehHund gGmbH in Berlin-Hirschgarten wird aufgelöst

-         Erstmaliger Einsatz von Wahlschablonen zur Bundestagswahl

-         1. „Woche des Sehens“ mit 8 Partnern vom 9. bis 15. Oktober

-         15.10. Demonstration mit 1.000 TeilnehmerInnen gegen die Kürzung des Blindengeldes in Magdeburg

-         Hans-Joachim Krahl wird auf dem Verbandstag des DBSV in dessen  Präsidium gewählt

-         16.10. Eröffnung der Sensorischen Welt im BFW in Halle

-         Teilnahme des BSVSA am Projekt „Neue Tätigkeitsfelder“ NTF in Zusammenarbeit mit dem BFW Halle bis zum 31.12.2005

-         Übernahme der Geschäftsführung für die Stiftung Blindensolidarität Sachsen-Anhalt in Halle durch die Verbandsgeschäftsstelle

 

2003

 

-         06.02. Beschluss des Landtages über die Kürzung des Blindengeldes von 430 auf 350 Euro im Monat. Mahnwache und Teilnahme von Vertretern des BSVSA an der Landtagssitzung.

-         21./22.02. Zentrale Eröffnungsveranstaltung des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen in Magdeburg  Ca. 900 Teilnehmer

-         16.05. Gründung der Sozial- und Behindertenservice Sachsen-Anhalt gGmbH in Bitterfeld. Die Gesellschaft übernimmt Projekte des DPWV in Bitterfeld.

-         2. Woche des Sehens mit 9 Partnern – Aktionstournee macht am 11.10. in Magdeburg Station

-         Mitglieder des BSVSA helfen Blinden und Sehbehinderten Flutopfern mit Spendengeldern beim Wiederaufbau, 12 Mitglieder aus den Kreisen Anhalt Zerbst, Bitterfeld, Jerichower Land und Wittenberg erhielten 4.920 Euro;

-         DBSV Geschäftsstelle zieht von Bonn nach Berlin.

-         Projekt „Virtuelle Bibliotheksberatungsstelle“ in Genthin vom 01.01.03-31.12.05 mit Harald Weber.

-         Bildhauer Dario Malkowski 50. Berufsjubiläum, Ausstellung in Genthin zum Tag des weißen Stockes.

-         Verstorben Wolfgang Schaefer und Friedrich Schleiermacher (Lehrer in Halle)

-         Übernahme der Geschäftsführung für die SoBS.

 

2004

 

-         14.02. Demonstration  gegen die Kürzung des Blindengeldes in München

-         11.03. Übergabe des Wohnparks „Lindenhof“ in Calbe nach dessen Fertigstellung

-         13.06. Europawahl mit Wahlschablonen, Koordination über den DBSV.

-         16.06. 10 Jahre Bezirksgruppe Altmark, Festveranstaltung in Tangermünde.

-         11.09. Großdemonstration mit 10.000 TeilnehmerInnen  gegen die Abschaffung des Blindengeldes in Hannover.

-         14.10. Übergabe des sanierten Gartenhauses als Rehabilitationsstätte in Wernigerode.

-         Berufung der AG Programmgestaltung in der Aura-Pension „Brockenblick“ in Wernigerode.

-         Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann verleiht zum 10. mal den Rathauspokal zum Skatturnier in Wernigerode und auch einen Jubiläumspokal.

-         Erste Regionalkonferenzen für den Bereich Ost und Süd zur Vorbereitung der Bezirksgruppengründung.