Pressemitteilung des BSVSA e.V.

Blindheit verhüten und blinden Menschen helfen!

Politische Blindheit in drängenden Fragen ?

Zum Tag des Weißen Stockes und zur „Woche des Sehens“ 2007

Aus Anlass des Tages des Weißen Stockes  am 15. Oktober  und der „Woche des Sehens“, einer bundesweiten, von mehreren Verbänden durchgeführten Aktionswoche unter dem Motto „Blindheit verstehen - Blindheit verhüten“, nimmt der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt zu aktuellen Fragen Stellung.

Die “Woche des Sehens“ findet vom 7. bis 15. Oktober nunmehr zum sechsten Mal statt.

Der Verband  fordert eine bessere Vorsorge und Betreuung in Hinblick auf die Erhaltung des Augenlichtes, insbesondere für ältere Menschen. Aufgrund des weiter steigenden  Anteils älterer und sehr alter Menschen in unserer Gesellschaft steigt auch das Risiko einer Erblindung  oder Sehbehinderung im Alter stark an.

Während früher das Glaukom und die diabetische Retinopathie die wichtigsten Erblindungsursachen waren (der sogenannte „graue Star“ ist heute problemlos operabel und spielt praktisch keine Rolle mehr), nimmt die Zahl älterer Menschen mit altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) als Ursache für Blindheit und Sehbehinderung deutlich zu.

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband fordert, moderne Behandlungsverfahren und Medikamente allen Betroffenen zugänglich zu machen.

Derzeit steht das wegen exorbitant hoher Kosten aufgrund der Preisgestaltung des Herstellers  in Frage.

„Außerdem wirkt sich die augenärztliche Versorgungskrise in Sachsen-Anhalt  verheerend aus“, so der Vorsitzende des Verbandes Hans-Joachim Krahl, der auf die ersatzlose Schließung  vieler Augenarztpraxen verweist mit der Folge, dass viele Patienten kaum noch einen Termin bekommen und monatelange Wartezeiten die Regel sind.

Wie unter diesen Umständen eine AMD-Behandlung funktionieren oder auch nur die wichtige Glaukomprophylaxe gesichert werden kann, bleibt derzeit offen.

Die Glaukomprophylaxe muss nach Auffassung des Verbandes dringend in  den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden, um die Früherkennung des grünen Stars zu verbessern und spätere Auswirkungen bis hin zur irreversiblen Erblindung zu vermeiden.

Politik, Ärzteschaft und Krankenkassen dürfen vor diesen Fragen nicht länger die Augen verschließen, fordert Krahl.

Bundesweit finden in der Woche des Sehens und zum Tag des Weißen Stockes viele Veranstaltungen und Aktionen statt. Nähere Informationen gibt dazu die
Homepage www.woche-des-sehens.de.

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt weist besonders auf folgende Aktionen hin:

Am 09.10.07 findet im Gesundheitszentrum der AOK Sachsen-Anhalt, Lüneburger Str. 4, (Eingang Telemannstraße), in Magdeburg eine gemeinsame Veranstaltung des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes, des Berufsförderungswerkes für Blinde und Sehbehinderte Halle und der Papenmeier GmbH statt. Im Mittelpunkt stehen die berufliche Rehabilitation und die Hilfsmittelversorgung für blinde und sehbehinderte Menschen. Dazu sind Vorträge und Vorführungen geplant.

In der Woche vom 21. - 26.10.07  führen Studierende der Universität Otto von Guericke im Moritzhof, Moritzplatz 1 in Magdeburg,  eine Aktion unter dem Titel „Ansichtssache“ durch. Sie richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte und soll Sehenden eine Vorstellung davon geben, wie es ist, blind oder sehbehindert zu sein. Geplant sind hier Vorträge, Erfahrungsberichte und ein Pfad der Sinne im Dunkeln.

Am 13. Oktober 2007 findet ab 10.00 Uhr der V. Ordentliche Verbandstag des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Sachsen-Anhalt im Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte, Bugenhagenstr. 30  in Halle statt. Auf dieser Veranstaltung wird auch der Vorstand des Verbandes neu gewählt.

 

Nähere Informationen:

Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt e. V.
Hanns-Eisler-Platz 5
39128 Magdeburg
Tel. (0391) 2896239
Fax: (0391) 2896234
Mail. bsvsa@t-online.de