Presseerklärung des BSVSA
Über 40 Jahre ehrenamtlich für Blinde und Sehbehinderte tätig
Ehrennadel des Landes für Hallenser Blindenlehrer
Anlässlich der Verwaltungsratssitzung des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes am 19. April in Halle überreichte die Ministerin für Gesundheit und Soziales Dr. Gerlinde Kuppe die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt an Dietrich Börner, Ehrenmitglied im Vorstand des Verbandes.
Die Auszeichnung war Dietrich Börner vom Ministerpräsidenten Prof. Wolfgang Böhmer für seine über 40-jährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Blinden- und Sehbehinderten-Selbsthilfe verliehen worden.
Der heute siebzigjährige frühere Blinden- und Sehbehindertenpädagoge, der über Jahrzehnte am Landesbildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte als Lehrer tätig war, engagierte sich seit Anfang der 60er Jahre im Blinden- und Sehbehinderten-Verband vor allem auf dem Gebiet der Kultur und Bildung.
Dietrich Börner, dessen Kindheit in die Kriegsjahre fiel, war von Geburt an sehbehindert. Dennoch besuchte er zunächst eine reguläre Grundschule in Weimar, musste dann aber wegen fortschreitenden Sehverlusts auf die Blindenschule in Weimar wechseln.
Nach dem Abschluss der Blindenschule im Jahre 1951 schloss sich eine Ausbildung als Blindenstenograph an. Dies war ein damals durchaus typischer Beruf für junge blinde und sehbehinderte Menschen. Er beendete diese Ausbildung 1954.
Anschließend studierte Dietrich Börner von 1954 bis 1956 am Institut für Lehrerbildung in Weimar, das er mit der Lehrbefähigung für die Grundschule (Klassen 1 bis 4 )mit dem Schwerpunkt Musikunterricht beendete.
1956 trat er seinen Dienst als Lehrer an der Sehschwachenschule Halle/Saale an.
Zunächst unterrichtete er sehbehinderte Grundschüler und arbeitete als Musiklehrer.
1958 bis 1960 erwarb Dietrich Börner an der Humboldt-Universität zu Berlin seinen Abschluss als Sonderschulpädagoge für Blinden- und Sehschwachenschulen.
Danach arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Lehrer, Klassenleiter, und Leiter des Schulchors an der Sehschwachenschule in Halle. Generationen blinder und sehbehinderter Kinder wurden vom ihm ausgebildet und erzogen. Seine ehemaligen Schüler sprechen noch heute in den höchsten Tönen über ihn.
Über viele Jahre war er zusätzlich zuständig für die berufliche Eingliederung seiner Schützlinge und für die Suche nach geeigneten Lehrstellen und Ausbildungsplätzen.
Seit 1961 ist Dietrich Börner ehrenamtlich in der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe tätig, zunächst im damaligen Allgemeinen Deutschen Blindenverband, dem späteren Blinden- und Sehschwachenverband und seit 1990 im Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt e.V., dessen Vorstand er seit 1990 angehörte.
Zunächst leitete er Jugendtreffen für blinde und sehbehinderte Jugendliche. Als Vorsitzender des Kulturausschusses des Verbandes in Halle organisierte er zahlreiche Veranstaltungen für die seinerzeit mehr als 600 Verbandsmitglieder in der Stadt einschließlich ihrer kulturellen Umrahmung.
Dietrich Börner organisierte in Halle Konzerte mit blinden Künstlern aus dem In- und Ausland, vermittelte Theater-, Konzert und Kabarettbesuche. Er war auch Mitbegründer des Blinden-Männerchores der Stadt Halle, der von 1973 bis 1984 bestand.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Zusammenarbeit mit medizinischen Einrichtungen und Fachärzten der Augenheilkunde.
Über viele Jahre veranstaltete Dietrich Börner für interessierte Mitglieder des Verbandes jährliche mehrtägige Musik- und Chortreffen in der Erholungseinrichtung des Verbandes in Wernigerode, insbesondere in der Weihnachtszeit.

Die Ministerin Frau Dr. Kuppe würdigte das Wirken von Dietrich Börner, schilderte sein Lebenswerk und dankte ihm für sein jahrzehntelanges Engagement.
Börner dankte sichtlich bewegt für die Auszeichnung, wobei er besonders die Unterstützung seiner Ehefrau Sigrid hervorhob, die ihn seit Jahrzehnten aufopferungsvoll bei allen Aktivitäten unterstützt und begleitet.
